Über mich

Ausnahmsweise ein bisschen Text ohne Bilder!

Verständlicherweise willst du wissen, welcher Comic-Narr hier überhaupt schreibt. Voilà, ein kleiner Auszug aus meiner bisherigen Lebensgeschichte.

Bis zu meinem 9. Lebensjahr kam ich nur in den Genuss sogenannter „sozialistischer Bildgeschichten“, da ich in Ost-Berlin geboren und aufgewachsen bin. Doch schon damals fesselten mich die Abenteuer der Abrafaxe oder von Fix und Fax (irgendwie schienen die Ossis es mit Faxen zu haben) so sehr, dass ich Nachmittage lang die illustrierten Hefte meiner älteren Schwester durchblätterte. Ich stellte sogar den Versuch an, selbst ein paar, sagen wir mal künstlerisch verbesserungswürdige, Kritzeleien in eine logisch aufeinanderfolgende Form zu bringen. Naja, andere konnten das dann doch besser. Nachdem ich meiner Schwester stolz die Ergebnisse präsentierte, konnte ich ihren fragenden Gesichtsausdruck nur als Ende meiner kurzen Karriere als Zeichner interpretieren. So tauchte ich wieder ins passive Konsumverhalten ein. Ich sog alles auf, was mir in die Finger kam, wenn es sein musste auch hunderte, tausende Mal dieselben Geschichten.

Nach der Wende war ich schier überfordert mit dem bilderreichen Angebot in Berlins Kiosken. Je älter ich wurde, desto mehr faszinierten mich auch die Super Heros aus den USA, frankobelgische Alben und japanische Mangas.

Doch meine Leidenschaft ging ins Geld. Ich absolvierte eine Ausbildung im fotografischen Bereich. So konnte ich trotz meines fehlenden malerischen Talents auf andere Art, Bilder und Geschichten einfangen. Jeden Monat ließ ich mehr als zwei Drittel meines Verdienstes in speziellen Comic-Buchhandlungen, die mittlerweile auch im ehemaligen Ost-Berlin Fuß fassten. Zum Glück wohnte ich noch bei meinen Eltern und musste für Kost und Logis nichts bezahlen.

Tja, was soll ich euch erzählen. Als Freak, der ich damals war, hatte ich natürlich mit Mädchen nicht viel am Hut. Die wenigen an mir interessierten, verstanden nicht, dass ich so viel Zeit zuhause verbringen und einfach nur „lesen“ wollte. Mein Interesse galt viel mehr den Heldinnen der Cartoon-Welten. Für Zantanna, Lana Lang und später die verruchte Jessica Jones brannte ich mehr als für reale weibliche Wesen. Doch zum Glück verstanden es meine Schwester und ein paar Freunde aus der Schulzeit, mich zumindest ein bisschen ins soziale Leben einzubinden. Aus heutiger Sicht bin ich ihnen wirklich dankbar. Denn viel hätte nicht gefehlt und ich wäre komplett in die Comic-Sucht abgerutscht. In meiner Jugendzeit war ich ständig auf der Suche nach neuem Stoff für die nächste Reise in eine Parallelwelt, die spannender war als mein Alltag.

Heute bezeichne ich mich nicht mehr als Comic-Süchtigen, sondern als Liebhaber. Ich wähle ganz bewusst aus, was ich mir „reinziehe“ und betrachte die Stories kritisch hinsichtlich verschiedener Faktoren.

Auf diesem Blog mache ich meine persönliche Meinung publik, analysiere die kleinsten Details einer Geschichte genauso wie die Illustration und schaue, ob das komplexe Gesamtkonzept funktioniert oder nicht.

Falls ich deinen Geschmack mit meinen Beiträgen treffe, dann hoffe ich, dir mit dem ein oder anderen Blog-Post zu guten Neuentdeckungen zu verhelfen. Genauso wie ich dich hoffentlich davor bewahren kann, wertvolle Zeit und Geld zu investieren, indem ich vor gewissen Stories warne. Hauptsächlich schreibe ich hier aber, weil es mir einfach Spaß macht!

Ach so, für diejenigen, die es brennend interessiert: Mit der Liebe hat es übrigens dann doch noch irgendwann geklappt.