Comics von Jiro Taniguchi

Jiro Taniguchi wurde 1947 in Japan geboren und zählt zu den besten und bekanntesten Mangazeichnern. Den Manga „Kareta Heya“ zeichnete Taniguchi 1972 und begann damit seine Karriere. Dieses Jahr im Februar ist er verstorben. Zwischen 1992 und 2014 veröffentlichte der talentierte und beliebte Japaner weitere Mangas, dessen deutsche Übersetzungen größtenteils im „Carlsen“-Verlag veröffentlicht wurden. Seine Comics waren und sind unter anderem so beliebt, weil Jiro Taniguchi Fiktives mit realen Erlebnissen und Beobachtungen kombiniert hat. Sein erster, in Deutschland veröffentlichter Manga trägt den Titel „Der spazierende Mann“, über den Sie in diesem Artikel, weiter unten, etwas lesen werden. Für diesen Manga hat Taniguchi alle Orte persönlich bereist, die auch seine Hauptfigur in der Erzählung besucht. Zudem beschäftigen sich die Mangas des japanischen Künstlers oft mit der Epoche des mittleren 19. Jahrhunderts.

1. Der spazierende Mann

Dieser Manga wurde 2009 in Deutschland durch den „Carlsen“-Verlag veröffentlicht, erschien aber schon 1992 in Japan. In dem Manga geht es um einen Flaneur, der allerdings keinen Namen trägt. Dieser Flaneur ist relativ verträumt. Er nimmt zwar die Dinge wahr, die um ihn herum in seinem Viertel geschehen und schaut auch bewusst hin, jedoch nimmt er sie zwanglos wahr und lässt sich bei seinen Spaziergängen treiben. Der Spaziergänger ist ein entspannter und optimistischer Mann, der die Dinge ruhig angeht und verheiratet ist. Der Manga besteht aus 18 Kurzgeschichten und wurde erstmals in dem Magazin „Morning“ veröffentlicht.

2. Ikarus

Taniguchi’s nächster Manga erschien fünf Jahre später und wurde durch den „Schreiber und Leser“-Verlag in Hamburg im Jahr 2016 veröffentlicht. Bei diesem Manga hat Taniguchi mit Moebius zusammengearbeitet und das Endprodukt weicht extrem von der eigentlichen Planung ab. Sowohl der Umfang als auch die Handlung sind davon betroffen. Wer sich für diesen Umstand genauer interessiert, kann ihn im Bonusteil des Mangas nachlesen.

Die veröffentlichte Form der Geschichte erzählt von einem Jungen, der direkt nach seiner Geburt feststellen musste, dass er fliegen kann. Zu seinem Pech fliegt der Junge direkt in die Arme einer Regierungseinrichtung und wird dort während seiner Gefangenschaft gründlich analysiert und untersucht, da die Regierung sein Talent ausnutzen möchte. Als sich die Hauptfigur verliebt, was dazu führt, dass sie ihren eigenen Willen entwickelt, kommt es zu Problemen.

3. Vertraute Fremde

1998 erschien der Manga in Japan, 2007 wurde er in Deutschland durch den „Carlsen“-Verlag veröffentlicht. Es ist ein Werk, in dem Jiro Taniguchi eine Midlife-Crisis darstellt. Interessanter Weise durchläuft die Hauptfigur seine Midlife-Crisis, indem er eine Zeitreise macht.

Ursprünglich ist der Mann um die Vierzig, nach seiner Zeitreise ist er jedoch wieder ein vierzehnjähriger Teenager, der allerdings sein Wissen als erwachsener Mann behalten hat. Dies macht sich der Protagonist zum Vorteil und will seine gemachten Fehler ausradieren.

4. Der Kartograph

Hierbei handelt es sich um einen Manga, der 2011 in Japan und nur zwei Jahre später im „Carlsen“-Verlag in Hamburg veröffentlicht wurde. Das Besondere an diesem Comic ist, dass der Protagonist niemand anderes als Ino Tadataka ist. Dieser Mann lebte im 19. Jahrhundert und wanderte Japan zu Fuß ab. In diesem Werk beschreibt Jiro Taniguchi die Erlebnisse des Mannes. Dabei wird aus der Erzählerperspektive mehrerer Beobachter erzählt, unter anderem aus der Perspektive eines Elefanten. Der Leser erfährt sehr viel über das Japan des neunzehnten Jahrhunderts, verpackt in einer humorvollen Geschichte.

5. Ihr Name war Tomoji

Dieser Manga, der auch gleichzeitig eine Biographie der Tomoji Uchidas darstellt, wurde 2013 in Japan und 2016 in Hamburg („Carlsen“-Verlag) veröffentlicht. Tomoji war eine geistliche Führerin der 1930er Jahre und gründete einen Tempel. Die Betreiber des Tempels baten Jiro Taniguchi darum, einen Beitrag über Tomoji zu schreiben. Er kam dieser Bitte nach, verweigerte jedoch eine sachliche Biographie. Stattdessen schrieb Taniguchi einen fiktiven Manga, der sich mit der Jugendzeit Tomojis beschäftigt. Dieses Werk entstand in Zusammenarbeit mit Miwako Ogihara.

6. Die Wächter des Louvre

Dieser Comic erschien 2014 in Japan und wurde 2015 vom „Carlsen“-Verlag in Deutschland veröffentlicht. Der Louvre ist ein Museum, welches ab und zu in Zusammenarbeit mit dem Verlag „Futuropolis“ Comics, welche sich mit der Geschichte des Museums selbst beschäftigen, veröffentlicht. Die Geschichte von Taniguchi beschäftigt sich mit einem Mann, der trotz Fieber und Schüttelfrost das Museum besucht. Dabei gerät der Protagonist in Tagträumereien, in denen er den Wächtern des Louvre begegnet.

 

Author: marsimport